Gelsenkirchens Partnerstädte

BÜYÜKÇEKMECE

Am 7. März 2004, unterzeichneten Oberbürgermeister Dr. Hasan Akgün und der damalige Gelsenkirchener Oberbürgermeister Oliver Wittke die Partnerschaftsvereinbarung in Büyükçekmece. Die Unterzeichnung in Gelsenkirchen fand am 29. Mai 2004 statt.

Dr. Hasan Akgün machte in seinen Ansprachen deutlich, dass er die Beziehungen zu Gelsenkirchen auf allen Ebenen entwickeln will, und dass das Verständnis der Menschen untereinander dabei im Vordergrund steht. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Oliver Wittke nutzte die im Stadtwappen von Büyükçekmece abgebildete Brücke um symbolisch die neue Partnerschaft zu untermauern.

Büyükçekmece präsentiert sich als wirtschaftlich, touristisch und kulturell sehr ambitionierter Küstenort. Die Stadt, im europäischen Teil des Großraums von Istanbul, ist eine von 32 Kreisstädten, die ihrerseits 13 Ortschaften und Dörfer umfasst. Nach den Ergebnissen der Volkszählung aus dem Jahre 2000 liegt die Bevölkerungszahl des gesamten Landkreises bei etwa 500 000 Einwohnern. Als selbstständige Verwaltungseinheit existiert die Stadt am Marmarameer seit 1958. Baugeschichtliche Zeugnisse lassen historische Wurzeln bis ins 7. Jahrhundert vor Chr. zurückverfolgen. Besonders die unter Sultan Süleymann (dem Prächtigen) überwiegend von dem nahmhaften Architekten Sinan errichteten Bauwerke (Brücken, Karawansereien und Brunnen) stellen heute historische Sehenswürdigkeiten dar.
Entsprechend der wirtschaftlichen Dynamik schreitet die Entwicklung der Infrastruktur voran. Neben allgemeinbildenden Schulen bestehen drei Universitäten. Büyükçekmece hat sich zu einem bedeutenden Messeplatz in der Türkei entwickelt. Regelmäßig nach der CeBIT findet am Ort die bedeutendste IT-Messe des Nahen Ostens statt, die Stadt beherbergt die größte Buchmesse der Türkei. Die Menschen finden im touristisch geprägten Dienstleistungssektor, in Verwaltungen und rund 400 Betriebsstätten des produzierenden Gewerbes Arbeit. Begünstigt wird die rasante Entwicklung durch die Verkehrsinfrastruktur mit der Nähe zum Istanbuler Flughafen und guten Straßen- und Seewegeverbindungen. Die Region gehört zu den am stärksten industrialisierten Gegenden in der Türkei.

Offizielle Internetseite der Stadt Büyükçekmece: http://www.bcekmece.bel.tr

COTTBUS

In einer Urkunde vom 30.11.1156 wird Cottbus zum ersten Mal erwähnt. Das 850. Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung hat die Stadt im Jahre 2006 mit einem Festjahr begangen.
Die zweitgrößte Stadt des Landes Brandenburg liegt 30 km westlich der polnischen Grenze am Südostrand des Spreewaldes.

Mit dem Vollzug der deutschen Einheit im Oktober 1990 begann durch die Privatisierung der Wirtschaft ein tiefgreifender Strukturwandel in Stadt und Region. Als Dienstleistungs-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum erfüllt Cottbus heute die Funktion eines Oberzentrums im Süden Brandenburgs.

Die Städte Cottbus und Gelsenkirchen hat vor Abschluss der Partnerschaftsvereinbarung am 25. November 1995 eine intensive Kooperation auf Verwaltungsebene verbunden. Die Aufnahme dieser Beziehungen ging auf einen Erlass des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahre 1990 zurück, in dem die Beratungshilfe beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltungen der Städte und Gemeinden des Landes Brandenburg geregelt wurde.

Seither hat eine Vielzahl gegenseitiger Arbeitsbesuche und somit ein umfänglicher Informationsaustausch stattgefunden, der sich auf alle Bereiche der Verwaltung erstreckte und in den 1990-Jahren in jährlichen gemeinsamen Dezernentenkonferenzen umfassend koordiniert wurde.

Nicht zuletzt haben sich in beiden Städten durch die Ausrichtung aufeinanderfolgender Bundesgartenschauen (1995 und 1997) freundschaftliche Kooperationen und regelmäßige Kontakte zwischen öffentlichen und privaten Organisationen sowie zwischen Vereinen in beiden Städten entwickelt.

Offizielle Internetseite der Stadt Cottbus: http://www.cottbus.de

NEWCASTLE UPON TYNE

Die Geschichte der Stadt geht zurück auf die Festung Pons Aelii, eine der römischen Festungen entlang des Hadrianswalles. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Handels- und Wirtschaftszentrum. Im 17. Jahrhundert wurde Kohle der Hauptexportartikel.Altstadt

The SageDie enge Verbindung zur Kohle führte 1948 das englische Newcastle upon Tyne und Gelsenkirchen zusammen. Newcastle war die Kohlenstadt im Nordosten Englands. Hier, nahe der schottischen Grenze, wurde die Kohle verschifft. In den 1970-er Jahren begann in England das große Zechensterben und damit das Ende des Kohleabbaus in dieser Region.

Nach den langen Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs hat die Stadt den Wandel zu einer kosmopolitischen Metropole vollzogen. „Kunst statt Kohle“, war das Leitmotiv, das Newcastle einen enormen kulturellen und wirtschaftlichen Aufwind beschert hat und die Stadt zu einem Magnet für Kreative macht. Es existieren zahlreiche Kunstgalerien und Museen.

Der Hochschulstandort ist sowohl bei englischen als auch bei ausländischen Studenten äußerst beliebt. Die beiden Universitäten, die University of Newcastle und die Northumbria University haben sich international einen Namen gemacht.

Offizielle Internetseite der Stadt Newcastle upon Tyne: http://www.newcastle.gov.uk

OLSZTYN/ ALLENSTEIN


Im Jahre 1952 ist zunächst eine Patenschaft zu Allenstein entstanden, mit der die Verbundenheit der vielen in Gelsenkirchen lebenden Vertriebenen mit ihrer Heimatstadt gepflegt wurde. Diese Patenschaft wurde, auch vor dem Hintergrund des Deutsch-Polnischen Vertrages vom 18. Juni 1991 über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, im Jahre 1992 in eine Städtepartnerschaft umgewandelt.

Die seit jeher am zahlreichsten vertretenen Nationen in Allenstein, die deutsche und die polnische, gebrauchten zwei Namen für die Stadt: Allenstein und Olszten oder Olstin. Der erste Teil des Namens ist auf den Flussnamen zurückzuführen, an dem die Stadt entstand. Die Deutschen nannten ihn Alle, die Polen hingegen Lyna. Der zweite Teil im Stadtnamen ist Stein, was zunächst zur polnischen Version „Holsten“ und danach „Olszten“, „Olstin“ und schließlich „Olsztyn“ führte.

Das heutige Allenstein mit seinen ca. 170 000 Einwohner gehört zu den großen Universitäts-, Kultur- und Touristenzentren in Polen. Es ist die Hauptstadt der 1945 gegründeten Woiwodschaft Ermland-Masuren und das Zentrum des Warminskie-Erzbistums der katholischen Kirche. Nicht ohne Grund werden Ermland und Masuren als „das Land der tausend Seen“ bezeichnet und gelten als die „grüne Lunge“ Polens. Am Rand der Innenstadt

Im Jahre 2003 feierte die, im Nordosten von Polen gelegene Stadt, das 650-jährige Stadtjubiläum und widmete einen Teil des Jubiläumsprogrammes dem bedeutendsten Bürger der Stadt, dem Astronomen Nikolaus Kopernikus.Nicolaus Kopernikus

Seit über 50 Jahren richtet die in Gelsenkirchen ansässige Stadtgemeinschaft Allenstein e.V. ihr traditionelles Jahrestreffen in Gelsenkirchen aus.

Offizielle Internetseite der Stadt Olsztyn (Allenstein):
http://www.um.olsztyn.pl

SCHACHTY

Etwa 3.500 Kilometer Luftlinie müssen überwunden werden, um Gelsenkirchens russische Partnerstadt Schachty zu besuchen. Die Partnerschaft ist im Jahre 1989 begründet worden. Die Stadt mit ihren ca. 250.000 Einwohnern liegt im Donezbecken, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Rostow am Don, nicht weit entfernt vom Asowschen Meer, einem Ausläufer des Schwarzen Meeres.

Bereits im Jahre 1696 soll Zar Peter I. auf dem Gebiet der heutigen Stadt Schachty auf den schwarzen Stein, die Kohle, gestoßen sein. 1867, zeitgleich mit dem Beginn des Kohleabbaus in diesem Gebiet, wurde die Bergarbeitersiedlung Gruschevskos gegründet. 1883 entstand daraus die Stadt Aleksandrovsk-Gruschevsk. Einen Schub in ihrer Entwicklung erfuhr die Stadt nach der Oktoberrevolution im Jahre 1917. Mit Schachty erhielt die Stadt 1920 einen neuen Namen. Damit wurde der Name quasi zum Programm:

Schachty, russisch IIIAXTbl oder auch Shakty, bedeutet Zeche und liegt in einer der größten Kohleregionen der Erde. Bis zum Jahre 1989 war man hier stolz auf die Förderung von jährlich sieben Mio. Tonnen Kohle. Nicht zuletzt durch die Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Zuge der Perestroika ist der Bergbau inzwischen stark zurückgefahren worden. Durch die Schließung des Großteils der Zechen sieht sich die Stadt vor gewaltige strukturelle Probleme (insbesondere durch die damit einhergehende große Arbeitslosigkeit) gestellt. Die zahlreichen neu entstandenen Privatbetriebe zeugen aber vom erwachten Unternehmergeist der Schachtyner.

Mit dem Programm „Hilfe zur Selbsthilfe“ leistet der Förderverein der Städtepartnerschaft Gelsenkirchen und Schachty 1989 e.V. einen überaus wichtigen Beitrag in den partnerschaftlichen Beziehungen mit Schachty. Nachdem in früheren Jahren die humanitären Hilfsleistungen im Vordergrund gestanden haben, wird seit dem Jahr 2000 Studenten und Hospitanten ein mehrwöchiger Aufenthalt in Gelsenkirchen ermöglicht. Im Rahmen dieses Programms konnten bisher 72 Personen Erfahrungen und neue Erkenntnisse in Gelsenkirchener Unternehmen und Einrichtungen sammeln, die sie nach ihrer Rückkehr nach Schachty weitergeben. Das Spektrum der Kompetenzen, die so gefördert werden sollen, ist breit gestreut. Unter den Teilnehmern befanden sich u.a. Ärzte und Krankenschwestern, Verwaltungsangestellte, Fachleute aus den Bereichen Müllentsorgung, Grünanlagengestaltung, Wasserversorgung und Kanalisation, Wohnungsbauverwaltung, Elektrizitätsversorgung sowie Studenten unterschiedlicher Fachdisziplinen.

Offizielle Internetseite der Stadt Schachty
http://www.shakhty-gorod.ru

ZENICA

Mit der Stadt Zenica ist Gelsenkirchen seit 1969 partnerschaftlich verbunden.

 

Zenica liegt in Bosnien-Herzegowina rund 70 Kilometer nordwestlich von Sarajevo und ist die Hauptstadt des Kantons Zenica-Doboj. Die Gemeinde Zenica hat 127.000 Einwohner, davon rund 100.000 in der eigentlichen Stadt. Der größte Teil der Einwohner sind Bosniaken.

Die Stadt liegt in einem kleinen Tal von 14 km Länge und 2 km Breite, durch das der Fluß Bosna fließt. Die Umgebung mit Gebirgshöhen bis zu 1.800 Metern, die zahlreichen Schwefelquellen mit ihren für Kuren geeigneten Anwendungsmöglichkeiten sowie das nur drei Autostunden entfernte Split an der Adriaküste machen Zenica auch für Touristen interessant. Zudem gibt es in der Stadt ein Museum, dessen ausgestellte Funde bis in die Römerzeit zurückreichen.

Zenica ist die größte Industrie-Stadt in Zentral-Bosnien und das politische, kulturelle und administrative Zentrum des Kantons Zenica-Doboj.

Durch seine Schwerindustrie besitzt Zenica eine große wirtschaftliche Bedeutung für das Land. Die großen, ehemals jugoslawischen Staatsunternehmen wurden jedoch nicht zielstrebig weitergeführt und so verkamen diese im Laufe der Zeit. Durch die Privatisierung der ehemaligen staatlichen Unternehmen kam es zu Entlassungen. Zenica hat daher die höchste Arbeitslosenquote in Bosnien und Herzegowina.

Im August 2004 übernahm Mittal Steel die Aktienmehrheit am Stahlwerk „Željezara“, dem größten Arbeitgeber der Region, und hat in den vergangenen Jahren die Produktion wieder aufgebaut.

Offizielle Internetseite der Stadt Zenica:
http://www.zenica.ba/